Ein Festival der Superlative

0

Von Dienstag auf Mittwoch fand in der Messe Hamburg das OMR-Festival mit über 70.000 Besuchern statt. Neben Konzerten, großen Messeständen gab es auf zahlreichen Bühnen interessante Vorträge zum Thema Medien und Marketing zu erleben. Das Event in der Hansestadt organisiert die Agentur OMR, die eine Neuauflage im kommenden Jahr bereits angekündigt hat.

Schon vor dem Besuch des OMR-Festivals bekamen die Besucher auf der Website der Agentur zahlreiche Informationen zum Festival, die Organisatoren berichteten in sehr authentischer Form in Instagram-Stories über den Aufbau. Dort zeigte sich: Es ist ein Festival der Superlative! „In ganz Europa haben wir keine anderen schwarzen Traversen mehr herbekommen“, berichtete Jasper Ramm in seiner Instagram-Story. Er ist einer der Hauptorganisatoren der Veranstaltung im sogenannten „A-Team“ von OMR. Ein paar Tage später folgte ein Bild vom Lager des größten Technik Verleihers Europa, was nach zwei Jahren wieder einmal komplett leer war.

Neben dem technischen Aufbau in der Messe Hamburg zeigte sich die pure Größe des Festivals bei den vorher angekündigten Gästen. Hollywood-Stars wie Quentin Tarantino oder Ashton Kutcher sagten für die große Conference am Mittwoch zu, ebenso wie Kai Pflaume, will.i.am und Porsche CEO Oliver Blume für den Dienstag. Für die Konzerte kündigten die Veranstalter unter anderem Materia, Sido, Zoe Wees, KraftKlub und Rin an. 

Bei den Firmen traten Adobe, Audi und Vodafone als Hauptsponsoren auf. Meta, Google, Amazon, Spotify und Xing waren ebenfalls in der Halle der Premium-Aussteller vertreten. 

Freibier gegen Warten für die Akkreditierung

Kleinere Probleme traten am Tag vor dem Event auf, als einige tausend Besucher sich bereits vorher akkreditieren lassen wollten. Dafür gab es zahlreiche Möglichkeiten an der Messe, aber auch in Hamburg in der Stadt. Dort bildeten sich jedoch am Nachmittag sehr lange Schlangen, einige Besitzer eines 499€ teuren Festival-Passes mussten über eine Stunde auf ihre Akkreditierung für das OMR-Festival warten. Das Krisenmanagement der Hamburger Agentur ließ nicht lange auf sich warten, CEO Philipp Westermeyer teilte persönlich Freibier aus. Dazu wurde der Stand an der Messe fast drei Stunden länger offengehalten.

Die bestand aus einem Badge zum Umhängen und einem klassischen Festival-Bändchen, welches aber auch einen kleinen digitalen Chip enthielt. Dieser ermöglichte den Besuchern den Eintritt auf das Gelände und in einige der großen Hallen, dazu konnte überall auf dem Gelände so bargeldlos bezahlt werden. Die Abrechnung erfolgte am Tag drauf mit einer Übersicht der Kosten per Mail. Das hat in vielerlei Hinsicht Vorteile. Für den Nutzer, weil es einfach sehr komfortabel ist und die Anstehzeiten verringert. Für die Veranstalter, weil der einfache Komfort den Umsätzen an den zahlreichen gastronomischen Ständen sicher nicht geschadet haben dürfte.

Orientierungsphase zu Beginn

Auf unserem ersten Rundgang orientierten wir uns erstmal auf dem Gelände und verschafften uns einen Überblick. Die vier Hallen im Trakt A waren mit den Premium-Ausstellern, einer Halle mit vielen kleineren Ständen, der „Yellow-Stage“ und einer eigenen Halle für die OMR-Crew belegt.

Durch den Übergang ging es zu Trakt B, wo der Veranstalter seine Angebote in einer eigenen Halle präsentierte. Dazu gab es 23 kleinere Räume („Tracks“), wo die sogenannten „Masterclasses“ stattfanden. Das waren Vorträge oder Seminare im kleineren Rahmen, zu denen sich die Inhaber eines Expo- oder Festivalpasses vorher anmelden konnten. Direkt gegenüber gab es die Red-Stage, wo abends die großen Konzerte stattfanden. In der Food-Halle fand sich noch die Blue-Stage, wo es Vorträge rund ums Thema Essen und Gastronomie den ganzen Tag über gab.

Moderator Kai Pflaume moderierte den Talk mit den Rennfahrern Felix von der Laden und Sophia Flörsch

Das absolute Highlight war die Conference-Stage, die sich über die lange Seite der Halle B5 erstreckte. Als Europas größte Bühne betitelte OMR diese. Dort gab es am ersten Tag Vorträge rund ums Thema „Future Moves“, am zweiten Tag die große OMR Conference mit den Stargästen Tarantino und Kutcher. 

Mittagsabriss mit Marteria

„Future Moves“ wurde moderiert von Kai Pflaume, er begrüßte am ersten Vormittag unter anderem den Musiker und Werbepartner von Mercedes Benz will.i.am bei sich. Der Künstler wurde 2013 durch seinen Song „Scream & Shout“ bekannt und hat über 1,5 Millionen Follower auf Instagram. 

Ein Highlight jagte das nächste und so überraschte die spontane Ankündigung, das Marteria mittags ab 12:30 Uhr auf der Conference-Bühne auftreten wird viele Besucher. Innerhalb von wenigen Minuten verwandelte sich die Bühne und Materia heizte die gesamte Halle ein. Mehrere tausend Besucher strömten in die Halle, liefen in die Gänge und stellten sich auf die Stühle. Die Stimmung war am Limit. Dafür sorgte auch das erstklassige Soundsystem, selten habe ich so einen guten Klang in einer Messe Halle erlebt. Der Rapper performte seine bekanntesten Songs. Neben „Paradise Delay“, „Niemand bringt Marten um“ ging das Publikum zu „Lila Wolken“ richtig ab. 

Masterclasses und Pitches

Neben den Konzerten und größeren Vorträgen wurden zahlreiche Seminare und Vorträge auf den großen Bühnen, aber auch in kleineren Räumen angeboten. Letzteres waren die sogenannten Masterclasses, die sich rund um Themen im Bereich Medien und Business Marketing drehten. Beispielsweise gab es einen 90 minütigen Vortrag: „Lernt von Frank Thelen, KoRo, Mollie und Xentral, wie Ihr zum nächsten E-Commerce Scale-up werdet“ oder „Growth auf TikTok – Wie du die Performance deiner Kampagnen steigerst“ mit Tobias Haag, Nadia Khafajova, Maximilian Lambsdorff (CEO Expresssteuer), Rico Zimmermann, Nele Odzuk, Vesselina Markova von TikTok.

OMR gab auf ihrer eigenen Bühne in ihrer Halle mehrere Vorträge zum Thema Podcast Trends und Marketing. Hier war die Firma vor allem mit ihren Zweigen „Podstars“, „Education“ und „Jobs“ präsent.

Aftershowpartys an der Messe und in der Stadt

Ein Großteil des offiziellen Teils war jeweils um 18 Uhr an den beiden Tagen beendet. Kurz darauf startete das Programm an der Red-Stage, bei dem am Dienstagabend Zoe Wees und Rin auftraten. Schon nach wenigen Minuten war die Halle voll und es gab einen Einlassstop, der länger anhielt.

Neben dem Hauptprogramm auf dem Messegelände boten einige Unternehmen Events außerhalb an. Beispielsweise fand am Abend ein Event im Millerntorstadion vom FC St.Pauli statt oder About You mietete gemeinsam mit einen Club an der Reeperbahn, indem bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurde.

Die Conference an Tag 2

Am Mittwoch fand auf der „größten Bühne Europas“ die OMR-Conference statt. Neben dem Opening und Pitch „State of the German Internet“ von OMR CEO Philipp Westermeyer referierte die Geschäftsführerin der Deutschen Fußball Liga Donata Hopfen über die Internationalisierung, Digitalisierung und Vermarktung des deutschen Kulturprodukts Bundesliga.

Am Nachmittag folgten die heiß erwarteten Vorträge der Hollywood-Stars Ashton Kutcher und Quentin Tarantino, die das Publikum auf der Conference-Stage überzeugten. Ganz nebenbei fuhren die Jungs von Deichkind durch die Premium-Halle A1 mit einem großen Fass und sorgten dort mit der spontanen Aktion für ordentlich Stimmung.

Parallel dazu liefen viele Vorträge und Veranstaltungen auf den anderen Bühnen. Auf der Red-Stage des OMR-Festivals lieferten sich beispielsweise Markus Lanz und Richard-David Precht eine philosophische Diskussion rund um das Thema „Zukunft der Arbeit“. Wie bei ihrem gleichnamigen Podcast Lanz&Precht diskutierten beide und unterhielten über 7000 Menschen in der Messehalle. Zeitweise wirkte es so, als würde die Publikumsreaktionen die beiden in ihrem Diskussionsverhalten nochmal etwas pushen.

Fazit

Das OMR-Festival 2022 war ein voller Erfolg! Auch wenn die schiere Größe des Events die Veranstalter vor sichtbare Herausforderungen stellte, war die Organisation durchaus gelungen und das Programm sehr attraktiv für die Medien- und Marketingbranche. Für diese Personen ist das Festival mittlerweile ein Pflichttermin im Jahr.

Die Stimmung vor Ort war einfach top und für den Expo-Pass für 49€ (netto) bietet OMR unfassbar viel. Neben den Konzerten oder Standpartys sind die Stände und besonders die Keynotes ein tolles Angebot. Der Ausflug nach Hamburg lohnt sich auch aus Süddeutschland für Medienmacher in jedem Fall.

Das nächste OMR-Festival ist für den 9. und 10. Mai 2023 wieder in der Messe Hamburg angesetzt. Weitere Informationen folgen hier und auf der Website von OMR.

Share.

About Author

Simon Schmidt stieg 2016 als Sportreporter und Moderator bei FeuchtFM ein. Seit 2018 ist er Mitglied in der Projektleitung und für das Sport-Ressort verantwortlich. In seiner Freizeit engagiert er sich als Fußball-Schiedsrichter und ist leidenschaftlicher Fußball-, Formel 1- sowie Technik-Fan.

Comments are closed.